20220914_blog

Am  nächsten Morgen stellt sich heraus, dass ich das 8er Zimmer, das ich zugewiesen bekommen hatte, ganz alleine für mich behalten durfte… die avisierte 4er Gruppe ist nicht gekommen.

Ich will zügig los heute, denn das Wetter sieht nicht sehr stabil aus, und ich glaube, dass die heutige Etappe nicht ganz einfach wird. Das ist auch richtig, aber anders als gedacht.

Der Anstieg über die alte Militärstraße und die Wege oben über die Faneshochebene machen keinerlei Probleme. Da es aber neblig und die Weitsicht eingeschränkt ist, ist die Trackingapp, die bei mir Hintergrund immer mitläuft, ausgesprochen hilfreich… bis zur Seekofelhütte. Dort will mich die App über den Weg Nr. 3 Richtung Plätzwiese führen. Das Schild, das für den Geotrail neu angebracht wurde, und ich am Pederü das erste Mal gesehen habe (rote Fossilschnecke auf weißem Grund), weist aber in eine andere Richtung, und auch die Karte, die ich dabeihabe, tut das. Also folge ich einem frischmarkiertem Weg hinter der Hütte. Erst als ich einen See sehe, der zwar hübsch ist, aber so gar nicht in das Kartenbild passt, das ich vor Augen habe, merke ich, dass da etwas nicht stimmen kann. Fluchend drehe ich um… und die Murmeltiere, die hier aus irgendeinem Grund gar nicht scheu sind, scheinen mich anzufeixen.

Zum Glück sind auf der App auch kleine Steige verzeichnet – und so kann ich einen Talkessel queren und über einen Schutthang hinauf wieder auf den rechten Weg gelangen. Ich bin froh, als ich wieder oben bin. Von dort an läuft eigentlich alles nach Plan… der Abstieg von dem Weg 28 herunter auf die 3 ist unterhaltsam, erfolgt er doch über Querbänder, die quer zur Bandrichtung überwunden werden müssen. Noch ein letzter Anstieg und ein kurzer Abstieg… Mittagspause an der Rossalmhütte.

Danach geht es auf den Teil, den ich in der Planung am spannendsten fand: die seilversichrten Stücke an der Rossalm. Es ist typisch Dolomit, was einen dort oben erwartet: Stein in Stein, Geröll, aber ein letztlich gut zu gehender Pfad. Die meisten Drahtseile und Ketten scheinen eher zur Beruhigung da zu sein, als dass sie tatsächlich benötigt werden.

Comments are closed