Wer denkt denn Anfang März noch an tiefen Winter und viel Schnee in Norddeutschland? Als ich die Dreitagestour in die Lüneburger Heide für den DAV im Oktober geplant habe, dachte ich eigentlich mehr an Frühlingsblüher, zwitschernde Vögel und freie Heideflächen.

Wir bekamen… fast einen halben Meter Schnee, Wetter zwischen heftigem Schneefall und Winterwonderland – und jede Menge Kondition. Aber der Reihe nach.

Schon in der Nacht auf Freitag hat es geschneit. Und zwar nicht nur zwei bis drei Flocken. Die Straßen sind glatt, und ich fahre lieber mit einer Stunde Puffer Richtung Schneverdingen – als ich mein Auto endlich aus dem Schnee gegraben habe. In Schneverdingen treffe ich 3 Teilnehmer der Wanderung, und gemeinsam steigen wir in den Zug nach Buchholz. Leider ist die Fahrt in Handeloh bereits zu Ende. Ein Baum ist aufgrund der starken Schneelast auf die Gleise gestürzt. Nach einigem Hin und Her gelingt es uns, ein Taxi aufzutreiben, deren Fahrerin uns in waghalsigem Fahrstil nach Buchholz bringt. Wir holen die Bahnfahrer vom Bahnsteig ab, und dann geht es mit nur wenig Verspätung los.

Es schneit und schneit – erst am Büsenbachtal hört es auf. Bis dahin sind wir erstaunt, wie viele Kinder die Hügel in der Heide zum Rodeln nutzen – und wie schön die Heide auch bei Schnee sein kann. Nach insgesamt etwa 15 km erreichen wir Handeloh, machen es uns im Hotel Fuchs gemütlich und essen hervorragend zu Abend.

Mit einem genauso guten Frühstück geht es am nächsten Morgen weiter. Alle sind fit, und es geht bei strahlendem Sonnenschein über glitzernde Schneeflächen und durch verschneite Wälder, erst nach Wesel und dann weiter nach Undeloh. Dort wartet im Heideerlebniszentrum nicht nur ein großer freier Tisch auf uns, sondern auch hervorragender Buchweizenkuchen und Kaffee. Gut gestärkt geht es weiter nach Döhle. Über 22 km stehen heute auf dem Zähler, und heiße Dusche und gutes Abendessen helfen bei der Regeneration.

Der letzte Tourtag startet bewölkt, aber trocken. Über Nacht hat es gefroren, und es ist teilweise glatt. Wir biegen auf den Pastor-Bode-Weg ab und genießen den Heideweg nach Wilsede. Fast niemand kommt uns entgegen, und bis zum Wilseder Berg begleitet uns auch ein bisschen Sonne. Oben (obwohl für Alpenverhältnisse nicht besonders steil) liegt uns die Heide buchstäblich zu Füßen. Wegen der steifen Brise machen wir weiter unten Pause, gehen aber schnell weiter… und kehren zu Mittag zu Kaffee und (zu) gut gekühltem Kuchen ein. Das ein oder andere Paar Beine wird schon etwas schwerer und es wird nass von oben. Da erscheint die lange Gerade hinein nach Schneverdingen noch etwas länger. Nach 23 km erreichen wir gemeinsam den Bahnhof von Schneverdingen – mit einem breiten Lachen und um einige Erfahrungen und viel Kondition für die Berge reicher.

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