Wie ihr dem Post zum Winterwandern schon entnehmen konntet, waren die Schneeschuhe diese Saison nur sehr begrenzt nützlich. Es hatte vor etlichen Wochen viel geschneit. Seitdem wurde es immer wärmer, der Schnee war teilweise schon weggetaut oder angetaut und wieder gefroren. Das heißt, wir hatten oft auf den Weg mit Eisplatten zu tun, teilweise auch mit harschigem Schnee.

In so einer Situation bieten sich Grödel an. Grödel sind eine Form von Leichtsteigeisen, die sich mit einem starken Gummi an fast jedem Wanderstiefel befestigen lassen. Unter der Sohle haben wir dann eine Mischung aus Ketten und Spikes, und rundherum am Schuh eben besagtes Gummi. Sie sind einfach zu befestigen und wieder abzunehmen. Bei Eis und (nicht zu tiefem) Schnee bieten sie sicheren Halt bei relativ geringem Gewicht.

In unserer Woche haben wir ein paar sehr praktische Erfahrungen mit den Grödeln gemacht, die ich euch gerne weiter gebe:

Nicht alle Schuhe eignen sich für Grödel. Die Winterwanderschuhe sollten (natürlich) über den Knöchel gehen und rundherum oberhalb der Sohle kein Wildleder oder empfindlichen Stoff haben. Andernfalls scheuert das Gummi.

Die Grödel haben Größenangaben (z.B. Größe 39 – 41). Wenn ihr mit eurem Schuh bereits im oberen Bereich seid (z.B. 40,5), dann passt vermutlich eine Nummer größer besser. Das liegt daran, dass viele WInterschuhe breiter sind als gewöhnlich, und dadurch die Platten, Ketten und „Zähne“ nicht mehr optimal sitzen.

Vorsicht vor „light“ Modellen! Bei zwei Teilnehmern, die die Light-Modelle eines Herstellers hatten, sind die Gummis nach dem ersten bzw. zweiten Tag gerissen – zum Glück gab es im nächsten Ort ein Sportgeschäft, so dass wir Ersatz beschaffen konnten. Ärgerlich und sicherheitsrelevant ist es in jedem Fall!

Viele Grödel haben vorne (und ggf. auch hinten) Haltespangen, die die Ketten an den Zehen und der ggf. auch an der Ferse verbinden. Dies sind Schwachstellen. Diese Spangen biegen sich leicht auf, die Enden der Spangen verhaken sich gerne beim Anziehen im Rest der Kettenkonstruktion… Ich empfehle, immer eine Zange dabei zu haben. Dann könnt ihr die Enden der Spangen ggf. wieder richtig „hinbiegen“.

15 mm Zähne sind für das Winterwandern in den Alpen optimal. Kürzere Zähne können gut im Alltag oder in den Mittelgebirgen zum Einsatz kommen, gerne auch beim Trailrunning.

Ansonsten wünsche ich euch viel Spaß beim Ausprobieren! Grödel erhöhen die Sicherheit im Winter erheblich und sind bei verhältnismäßig wenig Gewicht eine tolle Ergänzung zu Schneeschuhen!

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