Unsere Reihe der Frauentouren ging am Wochenende in die dritte Runde, und zum zweiten Mal am Rheinsteig. Diesmal mit der Königsetappe: rund um die Loreley und zwei zusätzlichen, sehr aussichtsreichen leichteren Etappen.

Mit anderen Worten: Das Buffet ist angerichtet. Schon die ganze Woche starren wir gebannt auf die Wettervorhersage. Gefühlt jede Stunde sagt der Wetterbericht etwas anderes. Aber die generelle Tendenz: besser! Als wir am Freitag morgen von Kestert starten, regnet es noch. Nicht in Strömen – aber es ist eine gute Gelegenheit, die neuen Regenjacken auszuprobieren! Anstelle des ausgewiesenen Weges folgen wir der Empfehlung der Wirtin und gehen durch die Pulsbachklamm. Wunderschön! Das entschädigt definitiv für die einige hundert Meter Straße, die wir dafür gehen müssen.

Wie gewohnt schwingt der Weg auf und ab. Ab Mittag wird es trocken, und die Wolkendecke reißt auf. Wir genießen die ersten Sonnenstrahlen. Da sind wir allerdings schon fast unten an unserem Ziel in St. Goarshausen. Die Sonne begleitet uns auf der Fähre auf die andere Rheinseite, wo wir übernachten.

Am Samstag ist es Zeit für unsere große Herausforderung: die Königsetappe. Nach ca. 1 Stunde erreichen wir das Loreley-Plateau. Der Blick ist gigantisch, die Gestaltung der Plattform eine Enttäuschung: viel Beton, ein Großparkplatz – romantisch ist anders. Da machen wir uns lieber auf den Weiterweg zwischen Weinbergen und weiteren tollen Ausblicken.

Nach dem Mittag wird es noch einmal spannend: der Steig bekommt einen alpinen Charakter: einige Stellen sind seilversichert, und die Tiefblicke sind nichts für Menschen, die nicht schwindelfrei sind. Eine gute Gelegenheit, auch die Trittsicherheit zu schulen. Und natürlich eine super Vorbereitung für die anstehende Bergsaison.

Auf den letzten Metern treffen wir zwei eher unglücklich wirkende junge Männer. Bei dem einen haben sich beide Schuhsohlen gelöst. Eine Erinnerung daran, in die Alpen demnächst immer eine Tube 2-Komponenten-Kleber mitzunehmen… Und so richtig tragisch scheinen sie es nicht zu nehmen. Gefühlt haben sie schon einiges vom heimischen Wein intus.

Wir übernachten im Hotel Deutsches Haus – hervorragendes Essen, und der Inhaber hat immer einen guten Tipp parat. Daher folgen wir am anderen Morgen auch nicht der Rheinsteig-Beschreibung, sondern gehen über die alte Stadtmauer und hoch durch die Weinberge. Wunderbar!

Der Sonntag verläuft entspannt mit vielen schönen Ausblicken. Die Wege sind gut begehbar. Nur am Ende wartet noch einmal eine Seilversicherung – die alle souverän meistern. Wir sind pünktlich am Bahnhof. Und da wir in Koblenz durch gutes Zeitmanagement noch eine Stunde Zeit haben, genießen wir beim Italiener noch Kaffee, Eis und Tiramisu. So darf eine Tour enden!

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